Gemeinsam spielen macht Bock!

Anregungen und Tipps

Das Angebot an Spielen vor Weihnachten ist riesig – im Kaufhaus, in der Buchhandlung oder im Versandhandel. Ausführliche Vorstellungen neuerer Spiele finden Sie z.B. in der Süddeutschen Zeitung (2./3.11.19) und im Netz: Diana Doert auf spiegel.de, familie.de:Kinderspiele

Kennzeichen guter Familienspiele sind:

  • für Kinder und Erwachsene geeignet (Alter, Thematik, Spieleranzahl)
  • schnell aufzubauen
  • Die Spielregeln sollten klar und eindeutig sein, möglichst auch von den Kindern zu erlesen, Variationen sind immer sinnvoll

Damit kein Frust entsteht, immer erst eine Proberunde spielen.

Das sind die Lieblingsspiele einer Siebklässlerin:

Mathe-Bestseller neu aufgelegt und erweitert

Der Elternratgeber „Jedes Kind kann rechnen lernen trotz Rechenschwäche /Dyskalkulie“ ist nach zwei vergriffenen Auflagen 2018 in neuer, erweiterter Aufmachung erschienen. Der Ratgeber gibt fachlich fundierte Informationen und erprobte Hilfestellungen, die es Eltern ermöglichen, Rechenschwierigkeiten ihres Kindes vorzubeugen oder sie gezielt und erfolgreich abzubauen. Der Inhalt wurde aktualisiert und um Hilfen zum Verständnis der schriftlichen Multiplikation und Division erweitert. Dieser Bereich macht vielen Kindern (und Eltern) Probleme. Fallbeispiele zu den einzelnen Themen konkretisieren die mathematischen Fragestellungen.

184 Seiten, € 14,95, Beltz Verlag, Weinheim 2018

Jedes Kind kann rechnen lernen… ein Erfolgsbericht

Vor kurzem meldete sich Jannika, eine “Ehemalige” nach 15 Jahren bei mir mit einem Brief  über ihre Erfahrungen trotz ehemals massiver Rechenschwierigkeiten. Am Ende Ihres Briefes schreibt sie:“Dank Ihrer Unterstützung habe ich die Angst vor Zahlen und dem Rechnen verloren, ein mathematisches Verständnis und mehr Selbstvertrauen gewonnen und konnte so die zahlreichen Klausuren in der Schule, die Abiturprüfung in Mathe und die Statistikprüfung an der Uni bestehen. Dafür danke ich Ihnen von Herzen!”

“In meiner Grundschulzeit konnte ich Mathe nicht ausstehen, weil selbst die simpelsten Rechenaufgaben für mich unlogisch und unlösbar waren. Für mich war Mathe unverständlich, für mein Umfeld war unverständlich, warum ich es so gar nicht verstand. Mir kam es so vor, als gäbe es in meinem Kopf keine passende Abteilung für mathematisches Verständnis. Bei unzähligen Mathehausaufgaben saß ich weinend am Tisch, weil ich die Aufgaben beim besten Willen nicht verstand und an mir selbst zweifelte. Meine inzwischen entstandene Überzeugung, Mathe grundsätzlich nicht zu können, führte dazu, dass ich mich am Unterricht nie beteiligte aus Angst, das Falsche zu sagen….Irgendwann hasste ich nicht nur Mathe, sondern die ganze Schule. Dass selbst meine Mutter mit mir nicht weiter wusste und wir oft gemeinsam weinend über Matheaufgaben saßen, machte die Sache für mich nicht leichter….Dank des Einsatzes meiner Mutter dauerte es nicht allzu lange, bis ich getestet und bei mir eine Dyskalkulie festgestellt wurde. Und so führte mein Weg zu Ihnen.

Ich gebe ganz ehrlich zu, ich bin nicht immer mit Freude zu Ihnen in die Therapie gekommen. Schließlich musste ich mich dann nicht nur und er Schule und beiden Hausaufgaben, sondern auch noch in meiner Freizeit mit einem Bereich auseinandersetzen, der mich überforderte- Mathematik.

Aber mit Ihnen hatte ich jemand an meiner Seite, der mir unglaublich geduldig und verständnisvoll gegenübertrat. Das wohl Wichtigste aber für mich war, dass Sie an mich glaubten.Während alle anderen mit mir nicht mehr weiter zu wissen schienen und sich auch nicht in mich reinversetzen konnten, wussten Sie, was ich brauche und fingen mit mir nochmal ganz von vorne an, Gemeinsam bauten wir in meinem Kopf eine Abteilung für Mathematik auf, wenn auch eine vorerst kleine. Endlich hatte ich kleine Erfolgserlebnisse mit Zahlen und das Gespenst der Mathematik verlor immer mehr seinen Schrecken. Am Ende meiner Therapie sagten Sie mir etwas, das mir besonders in Erinnerung blieb. Vermutlich würde ich nicht plötzlich eine Mathegenie werden, aber das Abitur könnte ich durchaus schaffen.

Sie hatten Recht, ich bin wirklich kein Mathegenie geworden. Aber 2011 habe ich den Übergang von der Gesamtschule in die Oberschule geschafft und 2014 tatsächlich mein Abitur! Auch in meinem Studium begegne ich natürlich der Mathematik zuletzt in Form der großen Statistikklausur. 4 Vorlesungsstunden pro Woche, zwei Semester Prüfungsumfang und jedes Jahr mit einer hohen Durchfallquote. Aber inzwischen blicke ich so etwas sogar gelassener entgegen als meine Mutter, die nur entsetzt fragte, wie oft ich die Prüfung wiederholen dürfe. Ich habe stundenlang gelernt und muss auch heute noch viel Disziplin und Durchhaltevermögen beweisen.Doch letztlich bestand ich die Klausur unglaublich stolz mit einer Note von 1,3.

Letztes Jahr habe ich meinen Bachelor in Pädagogik und Soziologie abgeschlossen und mittlerweile meinen Master in Biodiversität und Umweltbildung begonnen. Die Grundschulzeit und die Herausforderungen der Dyskalkulie haben mich und meine Familie sehr geprägt. Ich bin dankbar, dass die Dyskalkulie schnell entdeckt, ich bald eine gute Therapie bekommen habe und später auch verständnisvolle Lehrer*innen begegnet bin. Es hat sich gelohnt, all den Fleiß aufzubringen….Ich kann mir immer noch sehr viel schönere Dinge vorstellen, als mich mit Mathematik zu beschäftigen.”

Der Briefschluss ist in der Einleitung vorweggenommen. Jannika hat zugestimmt, dass ich ihre Geschichte als Mutmacher veröffentliche. Die Inhalte ihrer Therapie sind in meinem Fach- und Elternbuch ausführlich beschrieben.

Klaus R. Zimmermann

 

Quereinsteiger in Grundschulen–eine Katastrophe mit Langzeitfolgen!

Es ist schon schlimm genug, dass immer noch ausgebildete Grundschullehrkräfte fachliche Defizite in den Kernkompetenzen Schriftsprache und Mathematik haben, was sich in der großen Zahl von Kindern mit Lernproblemen in den Schulen und in den unbefriedigenden Ergebnissen der Bildungsstudien zeigt.
Umso bedenklicher ist es, wie die Kultusbehörden aller Bundesländer (nachzulesen auf der Website des deutschen Bildungsservers) ihre Versäumnisse in der Bedarfsplanung von Lehrkräften kaschieren und Quereinsteiger ohne pädagogische und didaktische Ausbildung, geschweige denn Lehramtsstudium, suchen und einstellen. Internetportale wie karriere.de werben damit, dass gerade Quereinsteiger zur Zeit beste Chancen auf Beamtenstatus und lange Ferien (haben).
Es will nicht in die Köpfe der Verantwortlichen in Politik und Kultusbehörden, dass die Basis allen Schulerfolgs im Anfangsunterricht gelegt wird, wo Kinder mit höchst unterschiedlichen individuellen Lernvoraussetzungen gezielt gefördert werden müssen und große fachliche Anforderungen an die Lehrkräfte gestellt sind.
Lesen, richtig schreiben und rechnen lehren müssen Aufgaben von dafür Ausgebildeten sein und dürfen nicht Fachfremden überlassen werden.
Hier ein Zitat eines Jungen, dem zum Glück außerhalb der Schule geholfen wurde:

Versäumnissein der Grundschule können katastrophale Auswirkungen auf das Leben von Kindern haben bis hin zu extremen Verhaltensauffälligkeiten. Welche Maßnahmen vorbeugen bzw. Lernerfolge sichern können, finden Lehrkräfte u.a. auf der Website www.legakids.net sowie in den beiden 2014 bei Beltz erschienenen Fachbüchern von Ingrid M. Naegele, Praxisbuch LRS und Klaus R. Zimmermann: Rechenschwierigkeiten erkennen und bewältigen. Der Erfolg der folgenden Elternratgeber lässt vermuten, dass leider viele Eltern bei den Lehrkräften ihres Kindes die nötigen Qualifikationen vermissen:
Naegele: Schulerfolg trotz LRS. Wie Eltern vorbeugen und gezielt fördern können und Zimmermann: Jedes Kind kann rechnen lernen – trotz Rechenschwäche/ Dyskalkulie. Beltz, Weinheim 2017 und 2018

Praxisbuch LRS

Erprobte-Foerderung-LRS

Neue Rezension zum Praxisbuch LRS
Deutsch differenziert 1/16
von Ada Sasse

In diesem außerordentlich fundierten und informativen Band hat Ingrid Naegele den aktuellen Stand der Fachdis­kussion zum Thema sowie die Essenz ihrer langjährigen professionellen Erfahrungen in die Form eines Lehrbuches gebracht, das sie selbst als „Praxisbuch“ bezeichnet. Gleichwohl leistet das Buch weitaus mehr als die Vermittlung fachdidaktisch gut begründeter und pädagogisch reflektierter Handlungsvorschläge zur Unterstützung von Kindern mit Lese-Rechtschreibschwä­che (LRS). Die Autorin bestärkt Erwachsene darin, den Schriftspracherwerb von Kindern und Jugendlichen rational, sachangemessen und für alle Beteiligten motivierend zu gestalten. Mit den von ihr aufgezeigten Wegen der Unterstützung gilt: LRS kann überwunden werden. Deshalb ist das Buch allen Lehrkräften, die sich mit dem Schriftspracherwerb und seinen möglichen Erschwernissen befassen, mit allem Nachdruck zu empfehlen!
Ada Sasse

Rechtschreiben in der Diskussion

Rechtschreibung-in-der-Diskussion

Schriftspracherwerb und Rechtschreibunterricht
Hrsg. Erika Brinkmann
Bd. 140 Beiträge zur Reform der Grundschule
Frankfurt/M. Grundschulverband 2015

Erika Brinkmann hat es geschafft, in diesem Sammelband viele Fachleute mit ihren unterschiedlichen fachdidaktischen Positionen zum Schriftspracherwerb und Rechtschreibunterricht zu Wort kommen zu lassen, den Forschungsstand zu beleuchten und durch Erfahrungsberichte aus der Unterrichtspraxis ergänzen zu lassen.
Der Band ist aufwändig gestaltet und  mit  € 50,- auch recht teuer. Als Mitgliederband im Grundschulverband und in der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben  ist dem Band eine interessierte Leserschaft sicher.
Spannend- widersprüchlich- bereichernd- ein Muss für alle am Thema Interessierten!

alphaPROF – neues Fortbildungsangebot zur Förderung der Lese-/Schreibkompetenz

Hervorgehoben

Zu viele Kinder und Jugendliche versagen beim Lesen und Schreiben – alphaPROF bietet kostenlose und qualifizierte Weiterbildung für Lehrkräfte. Die kostenlose E-Learning-Plattform wendet sich an Lehrer und außerschulische Förderkräfte und dient dem besseren Erkennen von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und der Förderung der Lese-Rechtschreib-Kompetenz bei Kindern. Das Bildungsprojekt alphaPROF wurde von David Gerlach von der Philipps-Universität Marburg initiiert und durch die LegaKids-Stiftung realisiert. David Gerlach: „Jeder sechste Schüler in Deutschland hat Schwierigkeiten beim Lesen oder in der Rechtschreibung. Leider erhalten viele betroffene Schüler keine spezifische Förderung. Mit alphaPROF wollen wir Lehrer und Förderkräfte gezielt fortbilden, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten zu erkennen und betroffene Kinder entsprechend zu fördern.“ Inzwischen sind in 10 Kursen sowohl die Grundlagen als auch die Vertiefungskurse im Internet verfügbar.

alphaPROF basiert auf dem Konzept eines Selbstlernkurses. Teilnehmer können also ihren Lernprozess und ihre Lerngeschwindigkeit selbst steuern. Die einzelnen Sitzungen enthalten sowohl Text als auch Multimedia-Elemente, Aufgaben und Links zu weiterführendem Material. Das jeweils eine Sitzung abschließende Quiz fragt ein grundlegendes inhaltliches Verständnis der Sitzung ab. Die Kurse gehen auf die Grundlagen des Schriftspracherwerbs ein, behandeln aber auch Ursachen für Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und befassen sich mit weiteren Themen wie Elternberatung und natürlich mit Lösungsansätzen. Das E-Learning Fortbildungsangebot zum Schwerpunkt Alphabetisierung und Förderung der Lese-/Schreibkompetenz wird wissenschaftlich unterstützt u.a. von der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben (DGLS), den Duden Instituten für Lerntherapie, dem Weiterbildungsinstitut KREISEL e.V., dem Bundesverband Alphabetisierung, dem abc-Netzwerk gegen Lehrversagen und der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE).
LegaKids ist eine gemeinnützige Stiftung zur Lese-, Schreib- und Rechenförderung. Dabei wird ein ganzheitliches Konzept verfolgt. Für Kinder gibt es interaktive Online-Spiele, Rätsel und Filme, die einen spielerischen Umgang mit Lesen und Lernen vermitteln. Eltern und Lehrer finden bei LegaKids Informationen und Tipps zum Umgang mit Lese-Rechtschreib-Unsicherheiten, LRS, Legasthenie oder Rechenschwäche. Auch Erwachsene mit Lese-Rechtschreib-Problemen finden auf LegaKids Rat. LegaKids wurde 2004 begonnen und  2014 in die LegaKids- Stiftungs-GmbH eingebracht. Damit soll sichergestellt werden, dass das Angebot weiterhin für jeden frei zugänglich ist. Die LegaKids-Stiftung verfolgt ausschließlich soziale und gemeinwesenbezogene Ziele und finanziert sich ausschließlich über Spenden und Sponsoren. Unterstützung findet LegaKids durch die AOK und den Mildenberger Verlag.

www.alphaprof.de

Kritik an der „Leitlinie Legasthenie“

Vor kurzem veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie ihre “Leitlinie Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung”.
Während manche sich nun eine höhere Klarheit und Sicherheit bei Diagnose- und Förderkriterien erwarten, gibt es andererseits massive Kritik am Sinn und an der Ausrichtung dieser medizinisch orientierten Leitlinie. Hier einige Auszüge:

  • “Die in der Leitlinie vorgestellte Diagnostik schadet mehr, als sie hilft. Kinder, die zum Testzeitpunk nicht den Kriterien entsprechen, werden allein gelassen. Wir sollten vielmehr die individuellen Probleme beim Lesen und Rechtschreiben möglichst genau erfassen, um alle betroffenen Kinder angemessen fördern zu können.”(Prof. Renate Valtin)
  • “Eine medizinische Diagnose reduziert das Phänomen Lese- und Rechtschreib– Schwierigkeiten auf eine Krankheit oder Störung innerhalb des Kindes.”(Dr. Britta Büchner)
  • “Die in den Leitlinien medizinisch verstandenen ‘Störungen’ werden an verschiedenen Stellen unterschiedlich und damit unscharf definiert. Die Annahme einer solchen Untergruppe ist aber auch grundsätzlich problematisch.” (Prof. Hans Brügelmann)
  • “Einen Notenschutz und die Möglichkeit zu einer Förderung bei Lese- oder Rechtschreibschwierigkeiten bekommen nur Kinder, die eine auf einer Momentaufnahme beruhende ‘medizinische Diagnose” erhalten’.” (Dr. David Gerlach)

Im Interesse der betroffenen Kinder gilt es daher im Sinne einer pädagogischen Förderdiagnostik die individuellen Probleme und Ursachen beim Lesen und/oder Rechtschreiben zu erfassen und die Kinder entsprechend zu unterstützen und zu fördern. Dies leistet die “Leitlinie Legasthenie” nicht.

Lesen Sie bitte die ausführlichen Stellungnahmen: